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Lernen am historischen Ort: Besuch der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora

Vom 3. bis 5. Februar 2026 besuchte der Geschichte-Leistungskurs von Frau Sterzel gemeinsam mit weiteren Schülerinnen und Schülern der Q2 sowie Frau Spieth die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora in Nordhausen. Das ehemalige Konzentrationslager war während des Nationalsozialismus ein zentraler Standort der Rüstungsproduktion in unterirdischen Stollenanlagen und damit ein KZ-Zwangsarbeiterlager, in welchem zwischen 1943 und 1945 mehr als 60 000 Menschen aus verschiedenen Ländern Europas untergebracht waren. Etwa ein Drittel der Häftlinge starb dabei infolge von Zwangsarbeit, Hunger, Krankheit oder auf Todesmärschen.

Im Rahmen der Exkursion nahmen die Schülerinnen und Schüler an mehreren Seminaren teil. Inhaltlich standen dabei unter anderem die Fragen nach Schuld und Unschuld, nach Fluchtmöglichkeiten und deren Konsequenzen sowie abschließend die Auseinandersetzung mit der Bedeutung des Leitsatzes „Nie wieder!?“ im Mittelpunkt. Diese Themen wurden in Gruppenarbeiten und Diskussionen vertieft und regten zu intensiven Gesprächen über historische Verantwortung und heutige Erinnerungskultur an. Neben der Seminararbeit besichtigte die Gruppe das Gelände der Gedenkstätte. Dabei wurden zentrale Orte des ehemaligen Lagers besucht, darunter das noch erhaltene Krematorium, der Gedenkort „Aschegrab“ sowie die weitläufigen unterirdischen Stollenanlagen, in denen die Häftlinge unter extremen Bedingungen arbeiten mussten.
Melanie Sterzel

Im Anschluss geben einige Schülerinnen und Schüler Einblicke in ihre persönlichen Erfahrungen und Gedanken zur Studienfahrt:

„Der Ort, der mich am meisten bewegte, war das Museum, das voller Interviews und Lebensgeschichten überlebender Häftlinge war. Besonders einprägsam war für mich die Arbeit mit originalen Quellen in Textform und die Berichte der Zeitzeugen, die in Form von aufgenommenen Interviews präsentiert wurden. Ihre Erzählungen über den Überlebenskampf waren für mich sehr eindrucksvoll. Dabei berichteten sie, wie es war, in Gefangenschaft zu leben, unter welchen unmenschlichen Bedingungen sie im Konzentrationslager leiden mussten und welche Herausforderungen ihr Alltag mit sich brachte. Darüber hinaus waren KZ-Häftlingskleidungen, SS-Uniformen und weitere originale Gegenstände aus der Zeit des Nationalsozialismus ausgestellt. Für mich war dies eine besonders prägende Erfahrung, weil die Opfer des Nationalsozialismus dadurch weit mehr als nur Zahlen oder Statistiken blieben. Ihr Leben, bis zu dem Punkt, an dem es ihnen genommen wurde, wurde sichtbar, und dies machte die Tragödie für mich noch greifbarer.“
Zeynep

„Auf diesen beiden Bildern ist das Krematorium zu sehen. Die Bilder zeigen sowohl den Ort, an dem die Leichen zu jener Zeit hingebracht wurden, als auch die Öfen, in denen die Opfer verbrannt wurden. Anschließend wurde die Asche tausender Menschen entweder verstreut oder in der Erde vergraben. Dies verdeutlicht, wie schrecklich und grausam die Zeit des Zweiten Weltkriegs war und welche Entmenschlichung herrschte, da sie neben der grausamen Lebensweise nicht einmal das Recht auf eine eigene Grabstätte hatten. Bis heute suchen Familien nach den Opfern, da die Anzahl und die Daten vieler Personen unbekannt sind. Dies hat mich sehr mitgenommen, da ihnen das Recht genommen wurde, als Mensch behandelt zu werden. Die Fahrt in die Gedenkstätte war für mich sehr prägend und berührend. All die Opfer sollten gewürdigt und niemals vergessen werden, damit eine solche Tragödie nie wieder eintritt.“
Yaren

„Dieses Bild berührt mich, weil die Worte auf dem Schild die Brutalität und Unmenschlichkeit des NS-Terrors schonungslos zeigen. Es macht mich sprachlos, wie gezielt Angst, Hunger und Folter eingesetzt wurden, um den Willen der Häftlinge zu brechen. Im Stehbunker der Gedenkstätte wurde für mich Geschichte plötzlich sehr nah und real, blieb nicht wie sonst abstrakt oder theoretisch. Die nüchterne Sprache des Schildes verstärkt das Entsetzen, weil man das Leid dahinter nur erahnen kann. Das Bild bringt mich dazu, bewusst darüber nachzudenken und erinnert mich daran, wie wichtig es ist, dieses Leid nicht zu vergessen.“
Arda

„Beim Besuch des KZ-Lagers Mittelbau-Dora haben wir unter anderem die Stollen, die unterirdischen Arbeitstunnel des Lagers, besichtigt. Dieses führte mir eindrücklich vor Augen, was es bedeutete, in einem KZ leben zu müssen. Die Häftlinge mussten unter extremen und menschenunwürdigen Bedingungen Raketen herstellen, sie arbeiteten in 12-Stunden-Schichten, die sich abwechselten, sodass eigentlich rund um die Uhr gearbeitet wurde. Es gab keine Privatsphäre, die Schlafräume waren eng, überfüllt und unhygienisch. Auf den Fotos sind noch Überreste aus der Anfangszeit des KZ zu sehen, was mich besonders getroffen hat. Auch der Gang durch die Tunnel hat einen starken Eindruck hinterlassen, da er noch einmal verdeutlicht, unter welchen Bedingungen politisch andersdenkende Personen, die zu Häftlingen wurden, leben mussten. Die gesamte Exkursion hat mich sehr bewegt und diesen Teil der deutschen Geschichte auf andere Art und Weise erfahrbar gemacht. Ich habe viel Neues gelernt und würde an einer solchen Studienfahrt jederzeit wieder teilnehmen.“
Anita